Yearly Archives: 2017

Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen nahm am 6. Mai 2017 als erster österreichischer Bundespräsident seit dem Ende des 2. Weltkrieges an einer internationalen Gedenkfeier zu Ehren der mehr als 40.000 KZ-Opfer des ehemaligen Konzentrationslagerkomplexes Gusen I, II & III teil. Bundespräsident Van der Bellen ehrte damit als erster, 72 Jahre Kriegsende, diese größte Gruppe von KZ-Opfern auf heute wieder österreichischem Staatsgebiet in Gusen.

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Am 10. März 2017 haben die Stadt Empoli in der Toskana und die Marktgemeinde St. Georgen an der Gusen nach 20 Jahren Dauer ihre Städtepartnerschaft erneuert. Diese Städtepartnerschaft wurde im März 1997 in Erinnerung an die vielen jungen Italiener abgeschlossen, welche im Jahre 1944 aus der Region um Empoli als Sklavenarbeiter in so schreckliche Konzentrationslager wie Gusen II, Melk oder Ebensee verschleppt wurden. Viele dieser jungen Männer starben in diesen Lagern oft auf grausame Weise.

Diese Städtepartnerschaft ist aber nicht allein auf die Erinnerung ausgerichtet sondern hat vielmehr das Ziel, in einer länderübergreifenden direkten Zusammenarbeit zwischen Bürgerinnen und Bürgern eines gemeinsamen Europas im Sinne des Mauthausen-Schwurs von 1945 Werte wie Freiheit, Demokratie, Solidarität und Zusammenarbeit zu pflegen und sowohl an Jugendliche wie auch Erwachsene zu vermitteln.

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Einige erst kürzlich wieder neu entdeckte bauliche Reste des ehemaligen Konzentrationslagers Gusen I wurden im Jänner 2017 durch das österreichische Bundesdenkmalamt in Wien zum “Denkmal des Monats” erklärt.

Untersuchungen, die auf dem Areal des ehemaligen Appellplatzes durchgeführt wurden, zeigten, dass die massive, einst unter grausamsten Bedingungen von KZ-Häftlingen hergestellte Granitsteinschlichtung des Unterbaues noch teilweise erhalten ist. Ebenso konnten auch die Steinfundamente und der Estrichboden der seinerzeit 57 Meter langen und 15 Meter breiten Häftlingsküche freigelegt werden. Auch wurde ein 35 Meter langer Abschnitt einer monumentalen und etwa 6 Meter hohen Granitsteinmauer genauer untersucht, welche im Norden einst den ehemaligen Appellplatz von den seinerzeit etwas höher gelegenen Industrieeinrichtungen dieses mörderischen Konzentrationslagers abtrennte.

Das KL Gusen I war das große Zwillingslager des ehemaligen KZ-Doppellagers Mauthausen-Gusen, für dessen Errichtung die SS in Gusen bereits im May 1938 erste Grundstücke angekauft hatte. Auch waren in Gusen bereits seit dem Jahre 1938 Häftlingskommandos im besonders gefürchteten Arbeitseinsatz. Mehr als 1/3 aller KZ-Toten auf heute wieder österreichischem Gebiet ist den ehemaligen Konzentrationslagern von Gusen zuzuschreiben.

Siehe auch: Beitrag des Bundesdenkmalamtes in Wien

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