Ein Leben am seidenen Faden

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Karl Littner, Ein Leben am seidenen Faden

“Ein Leben am seidenen Faden” ist die deutschsprachige Ausgabe der Lebenserinnerungen eines der wenigen jüdischen Überlebenden des ehemaligen “Judenlagers” KL Gusen II, Karl Littner. Diese Lebenserinnerungen wurden vom Gedenkdienstkomitee Gusen (www.gusen.org) bereits 2011 für Karl Littner im englischsprachigen Original herausgegeben. Siehe dazu unsere Seite “Life Hanging on a Spider Web”.

Diese deutschsprachige Ausgabe aus dem Jahre 2020 wurde durch Karl Littners Neffen Stefan Derk ermöglicht, der in Deutschland lebt, und diese Lebenserinnerungen ursprünglich nur für seine Familie übersetzte. Wir danken Herrn Stefan Derk ganz besonders dafür, dass er seine Übersetzung in dieser Form gemeinsam mit Rudolf A. Haunschmied und dem Gedenkdienstkomitee Gusen einer breiten interessierten Öffentlichkeit im deutschsprachigen Raum zugänglich macht.

Die Publikation dieser Lebenserinnerungen erfolgte durch das Gedenkdienstkomitee Gusen erneut ohne irgendwelche kommerzielle Interessen. Unser Anliegen ist einmal mehr, durch diese sehr persönlichen Erinnerungen von Karl Littner einem breiteren Leserkreis im deutschsprachigen Raum zugänglich zu machen, was durch das nationalsozialistische Deutschland einst im ehemals altösterreichischen Galizien an jüdischer Kultur vernichtet wurde und das es einem jungen Juden nur mit sehr viel Glück möglich war, den Holocaust überhaupt zu überleben.

So gibt Karl Littner – ein jüdischer Junge aus Auschwitz-Zasole – in diesem Buch mit seinen sehr persönlichen Kindheits- und Jugenderinnerungen einen seltenen Einblick in das jüdische Leben und den Antisemitismus in seiner Heimatstadt Oswiecim-Oschpitzin-Auschwitz noch vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges. In seiner anschließenden Odyssee berichtet er bisher unveröffentlichte Details über einige weniger bekannte deutsche Zwangsarbeitslager (ZAL) wie Raupenau-Kotzenau, Hermannsdorf, Groß-Masselwitz oder Grünberg, in denen er in den Jahren 1941 bis 1943 als Jugendlicher über das Durchgangslager Sosnowitz (Sosnowiec) durch das nationalsozialistische Deutschland erbarmungslos ausgebeutet wurde. Weiters lässt er den Leser an seinen ganz persönlichen Erfahrungen des beschwerlichen Lebens unter dem systematischen Terror der SS und ihrer Helfer gegen jüdische Familien im Ghetto Sosnowitz/Srodula teilhaben, bevor er erschütternd seine Leidensweg über die Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und Groß-Rosen-Fünfteichen in den KZ-Komplex Mauthausen-Gusen II beschreibt, wo er in der riesigen unterirdischen Flugzeugfabrik „Bergkristall“ in St. Georgen/Gusen den Holocaust nur mit viel Glück knapp überlebte. Obwohl sein Leben mit der Befreiung aus der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft im Konzentrationslager Gusen II neu begann, gibt Karl Littner in diesen Memoiren auch preis, wie schwierig sein Weg als überlebender Jude zurück in ein normales Leben war. Sein letztlich erfolgreicher Weg dahin führte ihn mit seiner jungen deutschen Frau Miriam über Straubing und Tel Aviv nach Chicago und schließlich nach Los Angeles, wo er im Jahre 2014 kurz vor seinem 90. Geburtstag verstarb.

Karl Littners Lebenserinnerungen werden auch in dieser deutschsprachigen Ausgabe durch zahlreiche Illustrationen ergänzt, die neben den Herausgebern u.a. durch das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau, das Jüdischen Zentrum Oswiecim, das Museum Sosnowiec und Yad Vashem zur Verfügung gestellt wurden.

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Karl Littner * Stefan Derk (Hg.) * Rudolf A. Haunschmied (Hg.)
EIN LEBEN AM SEIDENEN FADEN – Von Auschwitz-Zasole bis Gusen II und mein Weg zurück in die Freiheit
Books on Demand, Norderstedt, 2020
552 Seiten, 88 Abbildungen (inklusive Karten)
Paperback, EUR 29,90 [D]
E-Book, EUR 10,99 [D]
ISBN: 978-3-7504-4676-2

Watch here a summary of Karl Littners life on Youtube.

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