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Einige erst kürzlich wieder neu entdeckte bauliche Reste des ehemaligen Konzentrationslagers Gusen I wurden im Jänner 2017 durch das österreichische Bundesdenkmalamt in Wien zum “Denkmal des Monats” erklärt.

Untersuchungen, die auf dem Areal des ehemaligen Appellplatzes durchgeführt wurden, zeigten, dass die massive, einst unter grausamsten Bedingungen von KZ-Häftlingen hergestellte Granitsteinschlichtung des Unterbaues noch teilweise erhalten ist. Ebenso konnten auch die Steinfundamente und der Estrichboden der seinerzeit 57 Meter langen und 15 Meter breiten Häftlingsküche freigelegt werden. Auch wurde ein 35 Meter langer Abschnitt einer monumentalen und etwa 6 Meter hohen Granitsteinmauer genauer untersucht, welche im Norden einst den ehemaligen Appellplatz von den seinerzeit etwas höher gelegenen Industrieeinrichtungen dieses mörderischen Konzentrationslagers abtrennte.

Das KL Gusen I war das große Zwillingslager des ehemaligen KZ-Doppellagers Mauthausen-Gusen, für dessen Errichtung die SS in Gusen bereits im May 1938 erste Grundstücke angekauft hatte. Auch waren in Gusen bereits seit dem Jahre 1938 Häftlingskommandos im besonders gefürchteten Arbeitseinsatz. Mehr als 1/3 aller KZ-Toten auf heute wieder österreichischem Gebiet ist den ehemaligen Konzentrationslagern von Gusen zuzuschreiben.

Siehe auch: Beitrag des Bundesdenkmalamtes in Wien

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Der Linzer Filmemacher Andreas Sulzer entdeckte vergangene Woche ein zweites, vorher nicht bekanntes unterirdisches Bauwerk in St. Georgen an der Gusen. Jede weitere Forschungsarbeit vor Ort wurde aber durch die Bezirkshauptmannschaft Perg mittels eines Polizeieinsatzes unmittelbar nach Anzeige des neuen Fundes durch die Marktgemeinde St. Georgen an der Gusen beim zuständigen Denkmalamt verboten.

Dieses weitere, vorher nicht bekannte unterirdische Objekt konnte durch das umfassende Studium heute verfügbarer Unterlagen ehemaliger alliierter Geheimdienste lokalisiert werden und unterstreicht einmal mehr, dass die “Unterwelt” des ehemaligen Konzentrationslagers KZ Gusen II in St. Georgen/Gusen wohl doch deutlich grösser ist, als die bisher bekannte Stollenanlage “Bergkristall” mit einem bei Kriegsende erreichten Ausmass von knapp 50.000 Quadratmetern bombensicherer Fertigungsfläche.

Bereits im Dezember 2013 legte Sulzer einen oktagonalen Bodenfund in St. Georgen frei. Eine angemessene Exploration erfolgte aber auch bei diesem Objekt seitens der österreichischen Behörden bis heute nicht.

Mehr zum neu gefundenen Objekt in: Der Standard oder ZDF-Presseportal

Seit 13. Jänner 2015 auch ORF: ZIB Magazin, ZiB2 + 3Sat

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