Blog Archives

Der polnische Premierminister Mateusz Morawiecki appellierte im Rahmen des 10. Gründungstages der Stiftung Auschwitz-Birkenau, zu der auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel erstmals in die KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau kam, an die Österreichische Bundesregierung nun endlich die Areale des ehemaligen Konzentrationslagers Gusen I in öffentliches Gut zu übernehmen und als würdigen Erinnerungsort für die Nachwelt zu sichern.

Der ehemalige Konzentrationslagerkomplex Gusen war deutlich größer als das ehemalige KL Mauthausen und wies auch eine deutlich höhere Opferzahl auf. Von den mehr als 70.000 Häftlingen des ehemaligen KZ-Komplexes Gusen wurden mehr als 50% oft grausamst ermordet.

Allein die Zahl der polnischen Opfer beträgt etwa 27.000 Menschen allein im ehemaligen Lagerteil Gusen. Gusen wir heute immer öfter auch als “das zweite Katyn” bezeichnet.

Print Friendly
Email

Am 10. März 2017 haben die Stadt Empoli in der Toskana und die Marktgemeinde St. Georgen an der Gusen nach 20 Jahren Dauer ihre Städtepartnerschaft erneuert. Diese Städtepartnerschaft wurde im März 1997 in Erinnerung an die vielen jungen Italiener abgeschlossen, welche im Jahre 1944 aus der Region um Empoli als Sklavenarbeiter in so schreckliche Konzentrationslager wie Gusen II, Melk oder Ebensee verschleppt wurden. Viele dieser jungen Männer starben in diesen Lagern oft auf grausame Weise.

Diese Städtepartnerschaft ist aber nicht allein auf die Erinnerung ausgerichtet sondern hat vielmehr das Ziel, in einer länderübergreifenden direkten Zusammenarbeit zwischen Bürgerinnen und Bürgern eines gemeinsamen Europas im Sinne des Mauthausen-Schwurs von 1945 Werte wie Freiheit, Demokratie, Solidarität und Zusammenarbeit zu pflegen und sowohl an Jugendliche wie auch Erwachsene zu vermitteln.

Print Friendly
Email

Auf Initiative des Gedenkdienstkomitees Gusen und der Marktgemeinde St. Georgen/Gusen wurden in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Inneres, die Bundesimmobiliengesellschaft, die Plattform Johann Gruber und das Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien durch den Polnischen Rat für die Bewahrung des Gedenkens an Kampf und Martyrium im Dezember 2015 vor dem heutigen Zugang zur ehemaligen Stollenanlage “Bergkristall” eine Reihe von Informationstafeln aufgestellt. Diese vermitteln nun Interessierten und Besuchern grundlegende Informationen zu diesem riesigen und bis heute kaum bekannten Stollensystem des ehemaligen Konzentrationslagers KL Gusen II in den Sprachen Deutsch, Englisch, Polnisch und Italienisch. Das Gedenkdienstkomitee Gusen dankt besonders den Institutionen der Republik Polen für die großzügige Finanzierung dieser so wichtigen Informationstafeln.

Print Friendly
Email
12