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Der stellvertretende Außenminister der Republik Polen, Staatssekretär Jan Dziedziczak besuchte am 22. Jänner 2016 mit Botschafter Artur Lorkowski und einer hochrangigen Delegation nach einem Zusammentreffen mit den Bürgermeistern von Langenstein und St. Georgen/Gusen auch den neuen Gedenkort vor den Toren der ehemaligen Stollenanlage “Bergkristall” in St. Georgen an der Gusen. Staatssekretär Dziedziczak übergab dabei die vor allem mit polnischen Mitteln finanzierten neuen Informationstafeln ihrer Bestimmung und gedachte bei einer Kranzniederlegung auch der tausenden Opfer des ehemaligen Konzentrationslagers Gusen II.  Besonders dankte er dabei auch den anwesenden Vertretern der Marktgemeinde St. Georgen an der Gusen und des Gedenkdienstkomitees Gusen für die jahrzehntelange Erinnerungsarbeit in der Region St. Georgen-Gusen-Mauthausen und das Engagement zur Schaffung dieser neuen Gedenkstätte in St. Georgen/Gusen.

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Am 20. September 2015 wurde in Erinnerung an den 75. Todestag von Jan Sztwiertnia im Ehrenhof des Memorials Crematorium KZ Gusen eine Gedenktafel für die Angehörigen der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Polen eingeweiht.

Inauguration of commemorative plate for Jan Sztwiertnia at the KZ Gusen Memorial

Einweihung der Gedenktafel für Jan Sztwiertnia im Ehrenhof des Memorials Gusen.

Die Einweihung erfolgte im Beisein des Sohnes von Jan Sztwiertnia durch S.E. den Botschafter der Republik Polen in Österreich, Herrn Mag. Artur Lorkowski, gemeinsam mit dem Generalsuperintendenten der Evangelisch-Augsburgischen Kirche Polens, S.Em. Bischof Jerzy Samiec, den Bischof der Evangelisch-Augsburgischen Diözese Teschen, S.Em. Bischof Pawel Anweiler, dem Pfarrer der Evangelisch-Augsburgischen Gemeinde Wilsa, Waldemar Szajthauer, und dem Bürgermeister der Stadt Wisla, Herrn Tomasz Bujok.

Der 1911 noch in der k.K. Monarchie geboren Jan Sztwiertnia war ein bedeutender Lehrer, Musiker und vielversprechender Komponist aus der Region um das Städtchen Wisla, Kreis Teschen, in Südpolen, der so, wie viele tausende andere polnische Intellektuelle, schon im August 1940 im KZ Gusen ermordet wurde.

Oecumenical service in memory of Jan Sztwiertnia at the Parish church of St. Georgen/Gusen.

Ökumenischer Festgottesdienst zu Ehren von Jan Sztwiertnia in der Pfarrkirche von St. Georgen/Gusen.

Unmittelbar vor der Einweihung dieser Gedenktafel fand unter Mitwirkung durch Superintendent Dr. Gerold Lehner, Pfarrer Mag. Franz Wöckinger und die lokale Bevölkerung in der Pfarrkirche von St. Georgen/Gusen ein ökumenischer Gedenkgottesdienst in Erinnerung an die Angehörigen der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Polen statt, die einst im ehem. KZ-Doppellager Mauthausen-Gusen gefangen gehalten und zu Tode gequält wurden. Dieser ganz besondere Gottesdienst wurde durch den Chor der Evangelisch-Augsburgischen Diözese Teschen und den meisterhaften polnischen Organisten, Tomasz Orlow, eindrucksvoll musikalisch umrahmt.

Concert in Memory of Jan Sztwietnia at the Parish church of St. Georgen/Gusen

Gedenkkonzert in Erinnerung an Jan Sztwiertnia in der Pfarrkirche von St. Georgen/Gusen.

Schon am Vortag, am Samstag, den dem 19. September 2015 führte der Chor der Evangelisch-Lutherischen Diözese Teschen unter der Leitung von Herrn Jean-Claude Hauptmann in der Pfarrkirche von St. Georgen/Gusen Werke von Jan Sztwiertnia und von anderen Komponisten aus dem Teschener Gebiet Schlesiens auf. Bei diesem großartige Kirchenkonzert haben Künstlerinnen und Künstler wie z.B. Sabina Oldrich (Sopran), Hubert Miska (Tenor), Urszula Mizia (Cello), Zenon Mojzysz (Geige), Marlena Janik (Geige) und Tomasz Orlow (Orgel) diese in Österreich wohl erstmals erklungene Musik in höchster musikalischer Vollendung aufgeführt.

Bereits am Freitag, den 18. September 2015 hatten Interessiert die Möglichkeit, sich im Heimathaus in St. Georgen/Gusen im Rahmen einer Ausstellung und eines eindrucksvollen Vortrages von Herrn Dr. Zenon Mojzyz von der Fakultät für Kunst und Musik der Schlesischen Universität in Kattowitz über das Leben und Wirken von Jan Sztwiertnia zu informieren. Frau Martha Gammer erinnerte dabei auch an die Situation der tausenden Polen, die, wie Jan Sztwiertnia, ab 1940 im ehemaligen Konzentrationslagerkomplex Gusen gnadenlos ermordet wurden. Diesen Informationsabend rundete auch die Aufführung der Fernsehdokumentation „Musik und Stille“ ab, in welcher Studentinnen und Studenten der Fakultät für Kunst und Musik der Schlesischen Universität in Kattowitz gemeinsam mit der TVP-Regisseurin Dr. Dagmara Drzazga dem Leben und der Musik von Jan Sztwernia nachspüren.

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Der “apc” 2014 steht diesmal unter dem Thema be[:long:]ing und wird im Aktivpark St. Georgen/G. veranstaltet. Unter der geistlichen Anleitung von Schwester Joela Krüger (Evangelische Marienschwesternschaft Darmstadt, www.kanaan.org) werden sich die mehr als 300 jugendlichen Teilnehmer mit der Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers KL Gusen II, das als schrecklichster Lagerstandort im System des ehemaligen KZ-Komplexes Mauthausen-Gusen galt, beschäftigen. Sie werden mit den Holocaust-Überlebenden Dr. Lucia Heilman (Wien), Michaela Vidlakova (Prag)  und Herrn Hofrat Marko Feingold (Salzburg) Zeitzeugengespräche führen und erstmals in der Nachkriegsgeschichte im tiefsten Inneren der ehemaligen Stollenanlage “Bergkristall” in St. Georgen an der Gusen für die KZ-Opfer beten. Die Stollenanlage “Bergkristall” wurde in den Jahren 1944 und 1945 von Häftlingen des Konzentrationslagers KL Gusen II in St. Georgen/Gusen unter unvorstellbar unmenschlichen Bedingungen geschaffen. Während die Überlebenden das KL Gusen I noch als “Vorraum zur Hölle” bezeichneten, galten das KL Gusen II mit den Stollen von St. Georgen als “Tiefstes Inneres” einer von Menschen gemachten Hölle.

Video-Einladung von Rudolf A. Haunschmied für Besuch in “Bergkristall”

Weitere Informationen finden Sie unter dem Reiter “Veranstaltungen”.

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