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Am 7. November 2016 wurde im Rahmen einer Galaveranstaltung im Warschauer Königsschloss vom polnischen Politik-Magazin Do Rzeczy an die Vorsitzende des Gedenkdienstkomitees Gusen, Frau Martha Gammer und das Gedenkdienstkomitee Gusen ein Ehrendiplom des Gedenkstättenpreises “Straznik Pamieci” verliehen.

Unter dem Ehrenschutz des Präsidenten der Republik Polen, Andrzej Duda, zeichnet dieses auflagenstarke polnische Politikmagazin einmal jährlich besondere Leistungen zur Erinnerung an die leidvolle Geschichte Polens aus.

Das Gedenkdienstkomitee Gusen bemüht sich seit mehr als drei Jahrzehnten um die Erinnerung an die Konzentrationslager von Gusen, in denen insbesondere viele tausend Angehörige der polnischen Geistes-Elite, Juden und Kämpfer des politischen Widerstandes ermordet wurden. Gusen wird daher von polnischen Historikern auch als das “Grab des Polentums” bezeichnet und wir in Polen heute in einer Reihe mit Katyn genannt.

Bei dieser Ehrung wurde Martha Gammer von ihrem Gatten Hannes, dem Lokalhistoriker und Gedenkdienstkomitee-Mitbegründer Rudolf A. Haunschmied sowie Bernhard Mühleder begleitet. Auf Einladung der Republik Polen besuchte diese Delegation auch verschiedene Museen und Forschungseinrichtungen zur Vertiefung der weiteren Zusammenarbeit.

Nach einem Empfang im polnischen Kulturministerium fand der Aufenthalt mit einem berührendem Zusammensein mit den letzten polnischen Überlebenden der Konzentrationslager von Gusen und Mauthausen seinen würdigen Abschluss.

Das Gedenkdienstkomitee Gusen betreut seit vielen Jahrzehnten ehemalige “Gusener” und ihre Angehörigen bei ihren Aufenthalten in Österreich. Außerdem widmet sich der in Österreich eingetragene gemeinnützige Verein intensiv auch der wissenschaftlichen Erforschung und der didaktischen Vermittlung der Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagerkomplexes St. Georgen-Gusen-Mauthausen.

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Am 13. September 2014 konnte der KZ Gusen II Überlebende Modesto Melis aus Carbonia in Sardinien (ehem. Häftlings Nr. 82441) mit einer Sondererlaubnis der österreichischen Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) nach 70 Jahren erstmals wieder in der Stollenanlage „Bergkristall“ die unterirdische Welt des ehemaligen KZ Gusen II in St. Georgen/Gusen besuchen.

Obwohl Herr Melis als Falschirmjäger Kriegsteilnehmer war, wurde er am 4. Februar 1944 von der Gestapo mit nur 24 Jahren verhaftet und als politischer Häftling nach einem kurzen Quaratäneaufenthalt im KZ Mauthausen am 13. August 1944 als Elektromechaniker in das Konzentrationslager Gusen II eingewiesen. Er war dort in Block 6 untergebracht und musste unter grausamen Bedingungen in der unterirdischen Flugzeugfabrik in St. Georgen die Cockpits von Messerschmitt Me 262 Düsenjägern am Fließband verkabeln. Nur weil er ein ausgesprochener Spezialist war überlebte er das Konzentrationslager Gusen II, welches als das schrecklichste Kommando im ehem. KZ-Komplex Mauthausen-Gusen galt.

Die Erinnerungen von Modesto Melis wurden mit Hilfe der Stadt Carbonia und der Region Carbonia Iglesias durch Giuseppe Mura im Jahre 2013 im Verlag Giampaolo Cirronis Editore in Iglesias auf Sardinien in Buchform herausgebracht und sind unter dem Titel „L´animo degli offesi“ (Die Seele der Beleidigten) auf Italienisch verfügbar.

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Der Klub Mauthausen-Gusen Polen danke den Vorstandsmitgliedern des Gedenkdienstkomitees Gusen im Anschluss an die lokal-internationale Gedenkfeier beim Memorial Crematorium KZ Gusen für die jahrelangen Aktivitäten zur Erinnerung an die Geschichte der KL Gusen und die den Häftlingen aus Polen über viele Jahre hindurch erwiesene Warmherzigkeit.

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